Vom App-Baukasten zur Plattform
Wie ein App-Ansatz zur Infrastruktur für digitale Vermittlung wird
Eine App von KULDIG ist keine klassische Guide-App! Ausgangspunkt ist ein browserbasierter App-Builder, der KULDIG AppCreator, mit dem Museen eigenständig digitale Anwendungen erstellen können – ohne Programmierkenntnisse und ohne externe Entwicklungszyklen. Inhalte, Struktur, Design und Funktionen lassen sich direkt im System anlegen und jederzeit verändern. Die App ist dabei nicht statisch gedacht, sondern als dynamisches Werkzeug, das sich kontinuierlich weiterentwickeln lässt.
Gerade dieser Punkt ist entscheidend, denn viele Häuser kennen das Problem: Eine App wird projektbasiert produziert, oft für eine Ausstellung, mit großem Aufwand entwickelt – und bleibt danach weitgehend unverändert. Anpassungen sind schwierig, Budgets erschöpft, Zuständigkeiten unklar. Die Folge sind digitale Angebote, die schnell veralten und im Alltag kaum noch eine Rolle spielen.
Eine App wird nicht als abgeschlossenes Produkt verstanden, sondern als flexibles, dauerhaft nutzbares System, das im Haus selbst gepflegt und erweitert werden kann. Inhalte können jederzeit aktualisiert, neue Zielgruppen ergänzt oder zusätzliche Funktionen integriert werden – ohne erneut ein komplettes Projekt aufsetzen zu müssen.
Doch damit nicht genug. Mit dem KULDIG AppCreator werden mittlerweile auch Anwendungen für Medienstationen oder Mini-Websites möglich. Die Software wird somit vom reinen App-Baukasten zur Plattform für digitale Vermittlung.
Der KULDIG AppCreator bildet den zentralen Knotenpunkt, an dem Inhalte zusammenlaufen und von dem aus sie in verschiedene Kanäle verteilt werden. Für Museen hat das einen ganz praktischen Vorteil: Informationen müssen nicht mehrfach gepflegt werden. Änderungen – etwa bei Öffnungszeiten oder Texten – können zentral vorgenommen und automatisch an allen relevanten Stellen aktualisiert werden.
Auch auf der Eingabeseite setzt das System auf Vernetzung. Inhalte stammen nicht nur aus der System selbst, sondern können aus bestehenden Quellen eingebunden werden, etwa aus Sammlungsdatenbanken, Ticketing-Systemen oder Content-Management-Systemen. Der KULDIG AppCreator wird damit zu einem Interface, das vorhandenes Wissen neu zugänglich macht, anstatt alles neu produzieren zu müssen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, Nutzung zu verstehen. Alle erstellten Anwendungen liefern Daten darüber, wie Besucher:innen Inhalte verwenden, welche Medien besonders relevant sind oder wo Interaktionen stattfinden. Diese Informationen können wiederum in die Weiterentwicklung der Vermittlung einfließen und helfen, Angebote schrittweise zu verbessern.
Künstliche Intelligenz spielt dabei eine unterstützende Rolle. Sie hilft beispielsweise bei Übersetzungen, bei der Erstellung von Audiotexten oder bei der Generierung von Zusatzformaten wie Quizzen. Entscheidend ist, dass diese Prozesse kontrolliert bleiben: Inhalte werden vorbereitet, vorgeschlagen, aber weiterhin redaktionell geprüft und angepasst.
Der KULDIG AppCreator ist nicht mehr nur ein zusätzliches Vermittlungsangebot für den Besuch vor Ort, sondern wird zu einem zentralen Werkzeug im digitalen Ökosystem eines Museums. Er verbindet Inhalte, Systeme und Nutzungssituationen – vor, während und nach dem Besuch.
Credits und Zusatzinfos:
Dieser Beitrag basiert auf einem Vortrag, gehalten im Rahmen der ARGE Digitales Museum Was gibt es Neues? Edition 2026 des Museumsbund Österreich am 17./18. März 2026.










