Foto: Österreichische Nationalbibliothek/Pichler
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Das Beste aus zwei Welten: analoge und digitale Inhalte zur Besucher:innenführung im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek

Wie lassen sich rund 3.000 Jahre Schriftgeschichte so vermitteln, dass sie für Besucher:innen verständlich und zugänglich bleiben? Diese Frage stand im Zentrum eines parxisnahen Projekts im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek.
Das Papyrusmuseum zeigt in seiner Dauerausstellung rund 400 Originalexponate aus einer Sammlung von etwa 180.000 antiken Schriftstücken. Viele dieser Objekte sind kleinformatig, inhaltlich dicht und visuell eher zurückhaltend. Diese Eigenschaften stellen besondere Anforderungen an ihre Präsentation und Vermittlung.

Auf Basis von Besucher:innen-Feedback wurde daher ein Konzept entwickelt, das gezielt auf die Besonderheiten dieses einzigartigen Bestands und seiner Präsentation eingeht. Als Spezialmuseum bietet das Papyrusmuseum Einblicke in eine Vielzahl von historischen Sprachen und Schriften, darunter Hieroglyphen, Hieratisch, Griechisch, Koptisch, Latein und Arabisch. Gleichzeitig gehen die Dauer- und die jährlich wechselnde Sonderausstellung räumlich ineinander über, was für viele Besucher:innen ein zusammenhängendes, aber nicht immer klar strukturiertes Ausstellungserlebnis schafft.
 
Ein neu entwickeltes Faltblatt dient als kompakter Begleiter durch die Ausstellung vor Ort. Es bietet Orientierung im Raum, schlägt einen Rundgang vor und vermittelt grundlegende Fachbegriffe sowie eine Zeitleiste mit den ausgestellten Sprachen und Schriften. Eine klare Farbgestaltung unterstützt die Unterscheidung der Bereiche von Dauer- und Sonderausstellung.

Ergänzt wird dieser Faltplan, der wie eine Art „Stadtplan mit Highlights und Angeboten“ durch die Ausstellung führt, durch eine digitale Erweiterung mit Zugriff auf vertiefende Inhalte, die auch nach dem Besuch als Teil des Internetauftritts des Museums zur Verfügung stehen. Die Besucher:innen entscheiden selbst, wie intensiv sie sich mit einzelnen Themen auseinandersetzen möchten. Auf diese Weise entstand ein flexibles Vermittlungsangebot, das unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt und einen individuellen Zugang zu den Inhalten des Museums eröffnet.

Credits und Zusatzinfos: 
Dieser Beitrag basiert auf einem Vortrag, gehalten im Rahmen der ARGE Digitales Museum Was gibt es Neues? Edition 2026 des Museumsbund Österreich am 17./18. März 2026.
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