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Handgeschmiedet. Kunsthandwerk im Mittelalter und Bergbauheilige

bis 31. Oktober 2007
Bergbaumuseum Leogang


Im Dorf Hütten bietet das aus dem Jahre 1593 stammende Gewerkenhaus als jetziges Bergbaumuseum Einblick in die jahrhundertelange und reiche Bergbaugeschichte Leogangs in Salzburg.
Eindrucksvoll wird die harte Arbeit und das Leben der Bergknappen veranschaulicht.
In diesem Museum werden auch die über 70 verschiedenen Mineralien aus dem Gebiet von Leogang gezeigt. Die ersten Nickel-Markstücke des benachbarten Deutschen Reiches wurden aus Leoganger Nickel gefertigt! Die Hoyerstube im Erdgeschoß des Museums erinnert an die Emigration von 1731/32 und vor allem an die Anführer der Lutherischen aus unserer Gegend. Die berühmten Salzburger Silbertaler, geprägt aus Leoganger Silber sind ein weiterer Ausstellungsschwerpunkt.
Die diesjährige Sonderausstellung zeigt Handwerkskunst aus Eisen von höchster Qualität, vorwiegend aus der Epoche der Gotik.

Das Zentrum der Schmiedekunst im Mittelalter scheint der Alpenraum gewesen zu sein. Handgeschmiedete Arbeiten dienten vorerst als Beschlag bei Türen und Möbeln zum Zweck der Verzierung und als konstruktive Verstärkung der Stücke. Daneben wurden kunstvolle Schlösser und Schlüssel sowie Gitter geschmiedet und zu perfekten Meisterwerken der Schlosserkunst unter Wahrung der Einheit von Form, Handhabung und Dekoration geformt. Die Technik des Schmiedens wird durch Verzierungen wie das Treiben, das Ätzen oder das Tauschieren verfeinert.
Das Mittelalter als Epoche des großen Fortschritts in der Technik von Schloss und Schlüssel mit dem Übergang von Schnapp- zu Tourschlössern wird in vielen ausgewählten Beispielen gezeigt.
Bei den Kästchen und Kassetten sind es vor allem Limoges-Reliquienschreine, kunstvoll geschnitzte Minnekästchen oder eisenbeschlagene Buchkassetten, welche die tiefe Verbindung zwischen Kunst und Handwerk in der Gotik aufzeigen.
Da alles Menschenwerk nur dann gut gedeihen kann, wenn es gefördert wird durch die Fürbitten der Heiligen und gesegnet durch die Gnade Gottes, wurde alles, was mit dem Eisen zu tun hat, dem Schutze vieler Heiliger anvertraut.
An der Spitze steht der "bairische Herrgott", der hl. Leonhard, dessen Kirchen teilweise noch heute mit mächtigen Ketten umspannt sind, wie auch die Leoganger Pfarrkirche. Als Patron der Bauern, Binder, Schmiede und Schlosser sind ihm als Attribute eine Kette und Haustiere beigegeben. Weitere Heilige stehen mit dem Schmiede- und Schlosserhandwerk in engem Zusammenhang: Hl. Martin, Hl. Eligius, Apostel Petrus, Hl. Teodosius, Hl. Mauritius, Hl. Isidor und Hl. Notburga.
Die Sonderausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der berühmten Hanns Schell Collection aus Graz, dem weltweit größten Spezialmuseum auf dem Gebiet des gestalteten Eisens und anderen Leihgeber konzipiert und verwirklicht und zeigt ein eindruckvolles Wechselspiel zwischen Technik und Kunst, dem sich kein Betrachter wird entziehen können.

Bergbaumuseum Leogang
Hütten 10, A-5771 Leogang
Di-So 10-17 Uhr
T +43/ 6583/ 7105
office@museum-leogang.at
www.museum-leogang.at


Abb.: Gotischer Schlüssel
Fotonachweise: E. Hofer, © Hanns Schell Collection; Foto Bauer, Saalfelden; Bergbaumuseum Leogang

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