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Buchtipp: Freilichtmuseen

Geschichte - Konzepte - Positionen

MuseumsBausteine
Band 11

Alle Museumsgründungen sind von dem Anliegen getragen, materielle Zeugnisse der Kunst, der Kultur und der Geschichte zu bewahren. Von den Anfängen der Museumsgeschichte, die ihre Wurzeln in kirchlichen Schatzkammern, fürstlichen Galerien und wissenschaftlichen Sammlungen hat, spannt sich der Bogen bis zu Museumskonzeptionen, die sich die Dokumentation ganzer Lebenswelten zum Ziel setzen.

Im Laufe der Entwicklungsgeschichte der Museen erweitert sich das Interesse an den Objekten über ihren materiellen, kulturellen oder wissenschaftlichen Wert hinaus auf ihre Dokumentqualität.
Der in der Museuologie der DDR geprägte Begriff des "Sachzeugen" zählt zwar nicht zu den klangvollsten Schöpfungen deutscher Sprachkultur, doch charakterisiert er eine über den konkreten materiellen Bestand hinausweisende Dimension der Dingwelt, die gerade auch im Bereich der Freilichtmuseen eine tragende Rolle spielt.
Tatsächlich sammeln diese Museen vorzugsweise Objekte, die Geschichte und Geschichten erzählen können. Und darin liegt auch die besondere Anziehungskraft, die den Freilichtmuseen als den beliebtesten Museen in den Regionen so zahlreiche Besucher zuführt.

In Bayern setzt die Gründung von Freilichtmuseen auf breiter Front erst seit den 1970er-Jahren ein, von bescheidenen Vorläuferinitiativen einmal abgesehen.
Doch ebenso wie in der Zeit der Entstehung der ersten Freilichtmuseen in Skandinavien, in deren Folge sich dieser Museumstypus weltweit zu verbreiten beginnt, stand der Rettungsgedanke Pate.

Der industrielle Umbruch und die einsetzende Verstädterung im 19. Jahrhundert ebeso wie der endgültige Untergang der traditionell geprägten ländlichen Lebenswelt in Bayern - spätestens seit den 1960er-Jahren sind die Folgen des tief greifenden gesellschaftlichen Wandels und die irreversiblen Veränderungen der bewirtschafteten Kulturlandschaft wie auch des döflichen Lebensraums unübersehbar geworden - lasten das Bedürfnis aus, zuindest in musealer Form zu dokumetieren, was sich nicht vor Ort bewahren lässt.
Der diesen Sommer erschienene Band 11 aus der Reihe MuseumsBausteine gibt einen weit gespannten Überblick über die Arbeit dieses über die Jahrzehnte so erfolgreichen und beliebten Museumstyps. Die Entwicklung der Freilichtmuseen, auch Freilandmuseen genannt, ist eine Erfolgsgeschichte:
Unter den Museen außerhalb der städtischen Zentren gehören sie zu den besucherstärksten Einrichtungen, sie sind aufgrund ihres Grundkonzepts als Anlagen in der freien Landschaft zudem ausgesprochen familienfreundlich.

In einer Reihe von Beiträgen werden einzelne Aspekte der Arbeit der Freilichtmuseen anschaulich vorgestellt – sowohl solche, die der Vermittlung von Wissen und Erfahrung an die Besucher dienen, als auch solche, die den Blicken der Öffentlichkeit verborgen bleiben.

So spannt sich der Bogen von den wissenschaftlichen Grundlagen wie Haus- und Bauforschung, über die Technologie der Versetzung ganzer Gebäude bis zu Fragen der Konservierung der Bauten wie auch der großen Sammlungen kulturgeschichtlicher Sachzeugen. Der sachgerechten und stark fortentwickelten Magazinierung dieser landeskundlich bedeutenden Bestände ist ein eigener Beitrag gewidmet.
Grundsätzlichen konzeptuellen Fragen wenden sich die Beiträge zur Erhaltung von ländlichen Bauten vor Ort in so genannten Bauernhofmuseen wie der Präsentation historischer Kulturlandschaft zu.
Der Vermittlungsleistung durch Dokumentationen und Ausstellungen wie auch der museumspädagogischen Arbeit, in der die Freilichtmuseen Pionierarbeit geleistet haben, sind weitere Beiträge gewidmet.

Als Autoren konnten neben Mitarbeitern der Landesstelle mehrere Leiter überregionaler Feilichtmuseen gewonnen werden, die als ausgewiesene Spezialisten in ihren jeweiligen Themenbereichen diese breit gefächerte Darstellung mitgestaltet haben.

Der Band wird abgerundet durch eine Auswahlbibliographie, wichtige Dokumente zur Geschichte dieses Museumstyps und Kurzportraits aller wissenschaftlich geführten Freilichtmuseen in Bayern.

Freilichtmuseen.
Geschichte - Konzepte - Positionen
MuseumsBausteine
Band 11

Herausgegeben von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern beim Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege.

232 Seiten
81 Farb-, 18 Schwarzweiß-Abbildungen 17 x 24 cm, Broschur
ISBN 978-3-422-06645-8
Preis: 20,50 Euro

Deutscher Kunstverlag München Berlin
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