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Lebensunwertes Leben? Neues mobiles Programm des Lern- und Gedenkortes Schloss Hartheim |
| Euthanasie, die Tötung der als lebensunwert eingestuften Menschen, wurde während des Nationalsozialismus systematisch in sechs Kranken- und Pflegeeinrichtungen vollzogen. Das Renaissanceschloss Hartheim bei Alkoven in Oberösterreich war eines dieser Pflegeheime für geistig und mehrfach behinderte Menschen, das zur Tötungsanstalt umgewandelt wurde. In Folge wurden hier von 1940 bis 1944 fast 30.000 Menschen ermordet. Den Opfern der Euthanasie ist das neue Outreach-Vermittlungsprogramm des Lern- und Gedenkortes Schloss Hartheim gewidmet, das zur kritischen Auseinandersetzung mit den in der Ausstellung präsentierten Themen Euthanasie und Eugenik anregen soll. Die Ausstellungsarchitektin und Kommunikationskuratorin Dr. Doris Prenn (prenn_punkt buero fuer kommunikation und gestaltung) hat acht verschiedene Module ausgearbeitet und in einen Koffer gepackt. Auf zwei Ebenen ist gut gegliedertes Material zu finden, das mit den Ausstellungsinhalten korrespondiert, aber trotzdem frei ausgewählt werden kann und untereinander beliebig kombinierbar ist. Didaktische Anregungen sowie Angaben zur weiterführenden Literatur unterstützen PädagogInnen beim Einsatz im Unterricht. Für Schulen steht das mobile Medium, das für den fächerübergreifenden und projektbezogenen Unterricht konzipiert ist, kostenfrei zur Verfügung. SchülerInnen können sich im Projektunterricht mit Hilfe des Materials mit historischen Abläufen vertraut machen und sich kritisch mit dem Problemkreis rund um Euthanasie auseinandersetzen. Ziel ist vor allem, junge Menschen im Alter von 12 bis 16 Jahren mit Hilfe des Materials zu sensibilisieren, Vorurteile, Diskriminierung und Ausgrenzung erkennbar zu machen und dadurch anzuregen, diesen entschieden entgegenzutreten. Von der Antike bis in die Gegenwart spannt sich der zeitliche Bogen der Euthanasie. Die historischen Abläufe bilden einen Schwerpunkt des Programms, Einzelschicksale von Opfern der Euthanasie einen weiteren. Originale Dokumente wie Fotografien, Zeugnisse, Briefe oder Krankengeschichten machen die Individuen hinter der großen anonymen Zahl von rund 30.000 Toten zu sichtbaren Persönlichkeiten. Zusätzlich zu diesen Urkunden werden Fundstücke der archäologischen Ausgrabungen um Schloss Hartheim gezeigt. Eine ornamental durchbrochene Haarspange aus Schildpatt, ein Rasierer, ein Milchkännchen regen als dingliche Zeugnisse und Lebensspuren der ermordeten Menschen auf persönliche Weise zur Auseinandersetzung an. Ihre Lebenswege können anhand der Materialien nachgezeichnet werden. Zur Vor- und Nachbereitung des Besuchs der Ausstellung im Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim ist das mobile Medium "Lebensunwertes Leben?" ebenso geeignet wie als unabhängige Lehr- und Lerneinheit, die über die Gedenkstätte hinaus wirkt. Kontakt: Dr. Doris Prenn prenn_punkt buero fuer kommunikation und gestaltung Gstocket 10 A-4072 Alkoven T +43/ 7274/ 74 44 M +43/ 664/ 414 91 88 prenn_punkt[@]aon.at www.prenn.net
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