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Bäume liefern Holz für Kulturdenkmäler Interkulturelles Projekt |
| Kooperation des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum mit der Volksschule Innsbruck-Hötting. Im Rahmen des österreichweiten Schulprojektes "Kulturelles Erbe. Tradition mit Zukunft" war das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Partner der Volksschule Hötting im interkulturellen Projekt "Bäume liefern Holz für Kulturdenkmäler". Initiiert wurde das Projekt zur Bewusst-seinsbildung für unser Kulturerbe vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt und der Österreichischen UNESCO-Kommission; organisiert von KulturKontakt Austria. Was sind Kulturdenkmäler und worin besteht ihr Wert? Welche historischen Bauten, Kunstgegenstände oder Naturdenkmäler gibt es und warum sollten sie erhalten bleiben? Diese und viele andere Fragen standen im Mittelpunkt dieser Österreich weiten Schulaktion. Das Projekt wendete sich in erster Linie an SchülerInnen mit nicht-deutscher Muttersprache, wobei die Kommunikation mit Tiroler Kindern unverzichtbar war. Die SchülerInnen der 3. und 4. Schulstufe konnten ihre Erfahrungen aus den Kulturkreisen ihrer Herkunftsländer einbringen und mit ihrer Wahlheimat Tirol vergleichen. Das Projekt sollte diesen Kindern Gelegenheit geben, ihre kulturelle Identität zu finden und bei Tiroler SchülerInnen zu höherer Akzeptanz fremder Kulturen führen. Das Projekt - Lernort Museum Ausgehend von der Idee, dass die Beschäftigung mit der Natur ethnisch nicht vorbelastet ist, begann das Projekt mit dem Vergleich der Vegetation in Tirol, den Balkanländern und der Türkei. In den Naturwissenschaftlichen Sammlungen des Tiroler Landesmuseums beschrieb der Botaniker Wolfgang Neuner die in Österreich heimischen Baumarten und legte mit den SchülerInnen ein Herbarium an. So konnten heimische Bäume mit verwandten Arten in der Türkei und auf dem Balkan verglichen werden. In einem nächsten Schritt ging es um die Nutzung der Bäume für Kultur-denkmäler aus Holz. Am Beispiel gotischer Flügelaltäre im Ferdinandeum setzten sich die Kinder mit der Bedeutung von Holz als Material für Skulpturen oder als Malgrund auseinander. Die Zubereitung der Farben in den Künstler-Werkstätten der Vergangenheit war ebenfalls Thema. Dabei wurden wieder Parallelen zur islamischen Kultur gezogen. Die Zuordnung von Farbkarten ließ dominierende Farben im Bild erkennen. Einzelne Tafelbilder wurden einander exemplarisch gegenübergestellt. Im Sinne einer Kunstgeschichte zum Anfassen stellte die Kulturvermittlerin Katharina Walter Naturmaterialien wie Safran, Lapislazuli, Marderschwanz und Knochen bereit und malte mit den SchülerInnen mit Eitempera vor den Originalen auf grundierten Holzplatten - in Anlehnung an die mittelalterliche Tafelmalerei. Die Kooperation Museum und Schule erwies sich in zweifacher Hinsicht als fruchtbar: Einerseits wurde am Beginn des Projektes die Artenkenntnis der wichtigsten Bäume durch die naturwissenschaftliche Abteilung fachkundig begleitet. Andererseits weist die kunsthistorische Sammlung einen vielfältigen Bestand an spätgotischen Flügelaltären bzw. Altarflügeln auf und besitzt damit wertvolle Zeugnisse einer typisch alpenländischen Kunsttradition. Diese Werke wurden im Rahmen des interkulturellen Projektes mit der Kunstproduktion im islamischen Kulturkreis dahingehend verglichen, ob sich Berührungspunkte oder Ähnlichkeiten ergeben. Die SchülerInnen konnten die beim museumspädagogischen Projektteil im Ferdinandeum erworbenen Kenntnisse bei der Schaffung eines Denkmals mit der Innsbrucker Künstlerin Gitti Schneider anwenden. Die Künstlerin setzte sich in den letzten Jahren intensiv mit Thema "Denkmal" und seiner Ambivalenz auseinander. Die gedankliche Assoziation für das Schüler-Denkmal lieferte die Betonskulptur "Fünf spielende Buben" (1983) des Bildhauers Helmut Millonig im Schulhof der Volksschule Hötting. Dem Ziel des Projektes, die Sensibilität für die Bewahrung und die Kenntnis von Kulturgütern bei den SchülerInnen zu initiieren, Ähnlichkeiten und Unterschiede der Kulturkreise anhand von Beispielen aufzuzeigen und Einblick in den internationalen Güter- und Kulturaustausch zu vermitteln, konnte im Rahmen dieses Projektes im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum mit großen Schritten näher gekommen werden. Dr. Sonia Buchroithner, Referat für Öffentlichkeitsarbeit am Tiroler Landes-museum Ferdinandeum und Dr. Sylvia Mader, Volksschule Hötting Projektteam: Dr. Sylvia Mader, Mag. Wolfgang Neuner und Mag. Katharina Walter, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
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