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Der beste Freund des Menschen
Das Europäische Hundemuseum

Im mittleren Burgenland beleuchtet das Europäische Hundemuseum im Kloster Marienberg als einzige öffentlich zugängliche Sammlung die gemeinsame Geschichte von Mensch und Hund.
Ausschlaggebend dafür war die im Sommer 2001 gezeigte Sonderausstellung "MENSCH & HUND - eine Beziehungsgeschichte". Aufgrund des großen Anklangs beim Publikum und den zahlreichen Angeboten von Privatsammlern entschied man sich zum Aufbau eines Museums.

Wie zahlreiche archäologische Funde zeigen, ist mit dem Hund als tierischem Wegbegleiter des Menschen spätestens seit der Jungsteinzeit zu rechnen, was ihm den Rang des ältesten Haustieres verleiht. Sein Aufgabenspektrum war über die Jahrtausende wohl ein sehr vielfältiges, was sich im Angebot des Museums widerspiegelt - in Form von Bildern, Schautafeln und unterschiedlichen Objekten.
Dabei wird die Frage nach seiner Herkunft und seiner Verwandtschaft mit dem Wolf ebenso anschaulich anhand von Skeletten und Anatomietafeln behandelt wie seine Bedeutung in Mythen verschiedener Völker aus der ganzen Welt.

Einen weiteren Schwerpunkt stellt die umfangreiche Bildersammlung dar. Grafikzyklen, Illustrationen, Bilder von Künstlern, die sich besonders mit dem Hund auseinander gesetzt haben, sowie sehr viele alte Fotografien von Hunderassen und dem Einsatz von Hunden zeigen, wie gern diese Tiere zu allen Zeiten dargestellt werden.
Zusätzlich stellen die Skulpturen und Bilder aus der Sammlung Dr. Fleig Werke von höchstem künstlerischen Rang dar.

Helga und Dr. Dieter Fleig sammelten im Laufe ihres gemeinsamen Lebens Kunstwerke aus verschiedenen Epochen und Regionen, sodass eine der bedeutendsten Privatsammlungen der Welt entstand. Dr. Dieter Fleig (1932-2001) verfasste selbst viele Hundebücher, die er im eigenen Verlag (KYNOS) herausgab. Sein besonderes Interesse galt den Kampfhunden, deren Geschichte er intensiv erforschte, und für die er sich zeitlebens leidenschaftlich einsetzte.

Den eigentlichen Grundstock des Museums bildet aber die Sammlung Hauck, die sich im Besitz des Österrei-chischen Kynologenverbandes befindet.
Prof. DDr. Emil Hauck wurde 1879 in Wien geboren. Er studierte Jus und Veterinärmedizin und war von 1915 bis 1918 Cheftierarzt des k.u.k. Kriegshundeführerkurses. Neben seiner Tätigkeit als Tierarzt befasste sich Hauck intensiv mit der Geschichte des Hundes und schrieb zahlreiche Fachartikel und Bücher. Er starb 1972 in Wien.
Seine Sammlung umfasst Hunderte von Skelettschädeln, sowie Feucht- und Trockenpräparate. Weiters finden sich Medaillen, Plaketten und Hundemarken, großteils noch aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Neben vielen Hundefiguren und Grafikmappen enthält die Sammlung ein äußerst umfangreiches Fotoarchiv mit Aufnahmen von Rassehunden aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die wichtigsten Exponate der Sammlung Hauck sind im Museum ständig ausgestellt.

Hunde in der Musik: Besucher können inzwischen aus einem reichen Angebot von Werken der Romantik bis zur Popmusik der Gegenwart auswählen, die dieses Haustier musikalisch thematisieren. Sitzgelegenheiten mit Büchertischen laden zudem ein, noch tiefer in die Materie der Mensch-Hund-Beziehung einzutauchen.
Die Sonderausstellung "Tiere in der Kunst" in den Räumen der ehemaligen Prälatur präsentiert Werke von Künstlern aus dem Burgenland in verschiedenen künstlerischen Techniken und zu verschiedenen Themen.

Mit einer Schau von Hundebildern der oberösterreichischen Künstlerin Elisabeth Peterlik wird erstmals einer zeitgenössischen Künstlerin die Möglichkeit geboten, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Für die kommenden Jahre sind weitere Sonderausstellungen von Werken einzelner Künstlerinnen und Künstler geplant.
Erfreulich ist auch, dass immer mehr private Sammler ihre Exponate dem Museum zur Verfügung stellen. In letzter Zeit bieten vermehrt Vertreter von Rassehundeklubs ihr Material an, um die faszinierende Geschichte der Hunderassen im Museum zu dokumentieren.
Den Anfang machte der Österreichische Pudelklub mit einer Fotodokumentation über die vielfältige Verwendbarkeit des Pudels sowie einer Reihe hervorragender Objekte aus der Sammlung von Mag. Christine Grohs.

Im April dieses Jahres kamen viele Exponate des ehemaligen Hundemuseums von Berlin in das Kloster Marienberg. Das Berliner Hundemuseum wurde bis zum Jahr 2000 von Margarete und Gerhard Laske in Berlin Blankenburg aufgebaut und betreut. Nach seiner Schließung wurden viele Exponate verkauft. Ein Teil der Sammlung ging nach Usedom, von wo einige hundert Schaustücke nun in das Europäischen Hundemuseum gebracht werden konnten.
Die Sammlung umfasst Figuren aus verschiedenen Materialien, originelle und witzige Gebrauchsgegenstände, sowie eine Vielzahl anderer Objekte rund um den "besten Freund des Menschen".

Europäisches Hundemuseum
A-7444 Kloster Marienberg

Öffnungszeiten:
1. Mai bis 26. Oktober
So. Fei 14 bis 17 Uhr
sowie nach Vereinbarung
(ab 6 Personen)

Kontakt:
Anton Schoberwalter
T +43/ 2611/ 2292
M +43/ 664/ 5016 816
antonschoberwalter[@]yahoo.de



Abb.: Preisgekrönte Hunde von
der Internationalen Hunde-Ausstellung in Hannover.
Nach dem Leben gezeichnet von
L. Beckmann.

Abb.: Ein Blick in die Ausstellung



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