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Memories Are Made of This Lebensgeschichtliche Reflexion im (Wien) Museum |
| Ausgehend von den Erfahrungen in der Sonderausstellung John F. Kennedy (2005), in deren Rahmen BesucherInnen Objekte einbringen und präsentieren konnten, initiierte das Wien Museum in Kooperation mit der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen an der Universität Wien im Kontext der Ausstellung "Die Sinalco-Epoche. Essen, Trinken, Konsumieren nach 1945" ein biografisches Gesprächscafé. Mit der Gründung eines Gesprächskreises zum Thema "Schöner Wohnen im Gemeindebau" wurde die biografisch orientierte Bildungsarbeit fortgesetzt. Das Wien Museum ist ein urbanes Universalmuseum mit einem breiten Spektrum an Sammlungen und Ausstellungen. Dabei geben Stadtgeschichte, Mode, Kunst und Alltagsgeschichte die Themen vor, die dem Publikum vermittelt werden. Postulat der Vermittlung ist nicht nur Offenheit für aktuelle Fragestellungen und Themen, sondern auch das Bestreben, mit dem Vergegenwärtigen der jüngsten Geschichte eine Verknüpfung mit der biografischen Identität zu fördern. Geschichten und Erfahrungen der BesucherInnen werden mittels biografisch orientierter Bildungsangebote an die Ausstellungsobjekte und an das Museum rückgekoppelt. Den Anspruch des Wien Museums, ein urbanes Forum für alle zu sein, möchte man so umsetzen. Die Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen an der Universität Wien wiederum sieht sich seit ihrer Gründung Anfang der 1980er Jahre als ein Forum für biografieorientierte Forschungs- und Bildungsprojekte. Neben der Sammlung, Analyse und Edition lebensgeschichtlicher Erinnerungstexte haben MitarbeiterInnen der Dokumentationsstelle stets auch lebensgeschichtliche Gesprächskreise in Volkshochschulen und Pensionistenheimen initiiert und geleitet. Die TeilnehmerInnen, meist ältere Menschen, deren Lebensgeschichte im 20. Jahrhundert immer auch eine brüchige war, werden an solchen Orten der Biografiearbeit dabei unterstützt, Bilanz zu ziehen und ihre je eigene Biografie in die Zeitläufe des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Kooperationen von biografieorientierten Bildungseinrichtungen und Museen als Experten für lebensgeschichtliche Erfahrungen bzw. Objekte liegen auf der Hand. Zumal eine bewährte Methode der Biografiearbeit mit SeniorInnen die so genannte "Lebenskiste" ist: Die TeilnehmerInnen werden dazu aufgerufen, ihr Leben mit Objekten in einer Schachtel - gleichsam wie auf einer Bühne - zu gestalten. Oft werden in diese "Lebensbühne" auch Andenken integriert. Im Erinnerungsraum Museum sind diese Objekte manchmal schon gesammelt. Erklärtes Ziel der Gesprächskreise im Wien Museum ist es überdies, Alltagsgegenstände für das Department "Stadtleben nach 1918" von den TeilnehmerInnen selbst zu bekommen. Die Frage der Auswahl der Objekte wird im Gesprächskreis selbst gestellt, die SammlungskuratorInnen unterstützen den Prozess. Damit wird das Forum "Gesprächskreis" zu einem Ort des Erfahrungsaustausches zwischen externen und internen ExpertInnen. Gesprächskreise im Museum können somit einen Beitrag zum aktuellen museologischen Diskurs um die Frage nach der Bedeutungskonstruktion von Objekten darstellen. Gert Dressel & Isabel Termini
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