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Bildergeschichten von Wilhelm Busch

bis 24. September 2006 im Karikaturmuseum Krems

Anlässlich seines fünfjährigen Bestehens zeigt das Karikaturmuseum Krems als "Highlight" eine umfassende Ausstellung über das Werk von Wilhelm Busch (1832 - 1908), dem Vater und Altmeister der Bildergeschichte.


Mit seiner Doppelbegabung als Wort- und Bildkünstler ist Busch in diesem Genre nach wie vor unerreichbar. Damit spielt er eine wesentliche Rolle als Vorläufer der modernen Bildergeschichte, die als Comic noch zu seinen Lebzeiten in Amerika einen ungeahnten Siegeszug antrat.

Die Sensation und das Herzstück der Schau ist das Original von Max und Moritz - Eine Bubengeschichte in sieben Streichen, dem bekanntesten Werk von Wilhelm Busch. Wer erinnert sich nicht an: "Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich." oder "Rickeracke! Rickeracke! Geht die Mühle mit Geknacke!". In den Jahren 1863/64 entstanden, wurde Max und Moritz im Jahr 1865 im Verlag Braun & Schneider erstmals publiziert. In mehr als 150 Sprachen und Dialekte übersetzt, zählt Max und Moritz heute zu den beliebtesten und erfolgreichsten Kinderbüchern der Welt.

Dankenswerter Weise stellt das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover dem Karikaturmuseum diese Originale zur Verfügung, die sonst im Tresor aufbewahrt werden und nur selten das Tageslicht erblicken. Neben Max und Moritz ist auch die 1863 entstandene Bilderposse Der Eispeter in Originalzeichnungen zu sehen. Die dazu ausgestellten Druckstöcke veranschaulichen die aufwendigen Produktions- und Drucktechniken des 19. Jhs.

Aus der Handschrift Der Heilige Antonius von Padua (1870) zeigt das Karikaturmuseum drei Kapitel, die in Österreich zu starken Kontroversen führten. Es wurde ein Verbot der Bildergeschichte erlassen, welches erst zu Buschs 70. Geburtstag wieder aufgehoben wurde.
Weiters werden sämtliche Bildergeschichten gezeigt, die zwischen 1859 und 1871 in Form von "Münchner Bilderbögen" publiziert wurden. Darunter befinden sich u.a. Der hohle Zahn, Die kleinen Honigdiebe, Diogenes und die bösen Buben von Korinth und Die Brille.

Ein wesentlicher Aspekt in den Bildergeschichten, die für die Entwicklung der Comics von großer Bedeutung waren, ist die Darstellung von Bewegung: um dies zu veranschaulichen, ist Der Virtuos - eine der dynamischsten Arbeiten von Wilhelm Busch - als Stereo-Animation zu erleben.

Gilt Der Virtuos als Beispiel einer vergnüglichen Bildergeschichte, so zeigt sich in den meisten Werken von Wilhelm Busch ein tiefer Pessimismus. In der Frommen Helene heißt es: "Das Gute, dieser Satz steht fest, ist stets das Böse, was man lässt". Das Böse bei Busch wird in der Ausstellung durch seine Vorliebe für Nasen aller Art veranschaulicht: teils animiert, teils stark vergrößert kann man sich seine "Nasenattacken" zu Gemüte führen.
Dieses außergewöhnliche Projekt wird in Kooperation mit dem Wilhelm-Busch-Museum Hannover realisiert.

MAX UND MORITZ
Bildergeschichten von Wilhelm Busch
bis 24. September 2006
Karikaturmuseum Krems
Steiner Landstraße 3a
A-3500 Krems-Stein
www.karikaturmuseum.at





Abb.: "Ritzeratze! voller Tücke / In die Brücke eine Lücke."
Aus: Wilhelm Busch: Max und Moritz – Eine Bubengeschichte in sieben Streichen, Dritter Streich (Detail), 1865 (© Wilhelm Busch Museum, Hannover)

Abb.: Lehrer Lämpel, aus: Wilhelm Busch: Max und Moritz - Eine Bubengeschichte in sieben Streichen, Vierter Streich (Detail), 1865 (© Wilhelm Busch Museum, Hannover)

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