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Eingriff in die Sammlung des Kärntner Landesmuseums |
| Der "Fürstenstein" verlässt auf Weisung von LH Haider die Aula des Kärntner Landesmuseums (LMK) und ist nun (zwischenzeitlich) im Stiegenhaus des Landesregierungsgebäudes in Klagenfurt untergebracht. Bereits 1990, als der Fürstenstein auf den provisorischen slowenischen Banknoten zu sehen war, gab es massive Proteste von Kärntner Seite. Die Sache schien längst vergessen, bis die Laibacher Notenbank im Oktober 2005 ihre geplante Euro-Münzserie vorstellte. Die Rückseite der slowenischen 2-Euro-Cent-Münze soll der Fürstenstein zieren. Der Fürstenstein sei kein slowenisches Symbol, auch kein nationales (so Haider), sondern eben ein Symbol Kärntens - und das sollte man auch akzeptieren und respektieren. Die Reaktionen darauf waren jedoch nicht nur massive Proteste (mit Unterstützung von Historikern), sondern letztendlich die Idee der Neupositionierung des Fürstensteins außerhalb des Hauptgebäudes des Kärntner Landesmuseums in Klagenfurt, wo das Denkmal seit 1905 gestanden hat. Das älteste nachantike Herrschaftszeichen, das auf österreichischem Boden erhalten geblieben ist, steht nun seit 1. Dezember 2005 im Stiegenhaus des Landesregierungsgebäudes - allerdings auch nur vorübergehend. Die ungemein gesteigerte Besucherfrequenz ist als Hauptargument für die Translokation angeführt worden. Die jährlichen 30.000 Besucher im Landesmuseum reichen also offensichtlich nicht. Wie viele Besucher den Stein an seinem neuen Aufstellungsort tatsächlich wahrnehmen, bleibt offen. Bei einer statistischen Analyse bezüglich Hintergrundambition des Besuches im Landesregierungsgebäude dürfte der Balken bei "museales Interesse" eher dürftig ausfallen. Und diejenigen die ausschließlich wegen des Fürstensteins kommen, würden sich diesen im Museum wohl auch ansehen ... Die Idee ist aber mittlerweile schon wieder modifiziert worden, und zwar dahingehend, dass das Denkmal im Großen Wappensaal des Klagenfurter Landhauses seine nächste (und sicher nicht letzte) Heimstätte finden wird. Auch wenn - und das ist im Gegensatz zur derzeitigen Variante wirklich positiv herauszustreichen - der Wappensaal vom LMK museal mitbetreut wird, bleibt doch festzuhalten, dass das "eigentliche" Museum nun ein Zentralobjekt weniger hat. Um diesen Gedanken weiter zu spinnen: In Bezug auf die Geschichte Kärntens - und das ist im Zuge der "2-Cent-Proteste" ganz richtig angemerkt worden -, ist der Fürstenstein (neben dem Herzogstuhl am Zollfeld) das bedeutendste Zeugnis Karantaniens und des späteren Herzogtums Kärnten. So ist er bislang im LMK behandelt worden. Viele Führungen und Vermittlungsprogramme haben hier ihren Ausgang genommen, manche haben hier ihren Schlusspunkt gesetzt. Die Geschichte Kärntens konnte nicht zuletzt mit Hilfe dieses bedeutenden Originals eindrucksvoll vermittelt werden. Auch das Umgestaltungskonzept für das Museum, das aus finanziellen Gründen derzeit auf Eis liegt, hätte eine entsprechende Inszenierung eingeplant ... Wie aber funktioniert die Vermittlung im Landesregierungsgebäude, wo jegliche Referenzobjekte fehlen? Wie wird das im Großen Wappensaal sein? Ob die Öffnungszeiten des Wappensaales (bislang Anfang April bis Ende Oktober) dem prognostizierten Publikumsinteresse entsprechend angepasst werden, ist übrigens ebenso wenig geklärt, wie die Frage nach geeigneten Sicherheitsvorkehrungen. Bleibt zu hoffen, dass die Mitarbeiter des LMK wenigstens in dieser Hinsicht und bezüglich des Präsentationskonzeptes ein Mitspracherecht haben werden, denn die Frage, ob die Übersiedlung generell eine gute Idee ist, hat man ihnen nicht gestellt. Stefan Traxler, neues museum
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