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Sommerfrischen Winterfreuden - einst und jetzt |
| Mährisch-Schlesisches Heimatmuseum in Klosterneuburg bis 14. März 2006 In dieses Jahr der bedeutenden österreichischen Jubiläen fällt auch der Jahrestag des EU-Beitritts der Tschechischen Republik. Jahrhunderte lang war unser Nachbarstaat mit seinen Kronländern Böhmen, Mähren und Schlesien ein Teil der Österreichischen Monarchie. Infolge von Nationalitätenstreit und Eisernem Vorhang lange Zeit von Österreich und der übrigen westlichen Welt getrennt, sind nun die Bemühungen groß, wieder zusammen zu finden. Aus diesem Anlass soll in der Ausstellung eine Region vorgestellt werden, die weitgehend unbekannt ist. Nördlich von Brünn und Olmütz breitet sich eine der schönsten Mittelgebirgslandschaften aus: das Altvatergebirge mit seinem waldreichen Vorland des Niederen Gesenkes. Jesenicky, wie es heute genannt wird, liegt als Teil der Sudeten im Nordosten der Tschechischen Republik, unweit der polnischen Grenze. Seine höchste Erhebung ist der 1492 m hohe Altvater (heute: Pradd), von dem man eine überwältigende Fernsicht genießen kann. Nicht nur die herrliche Landschaft, sondern auch zahlreiche Burgen und Schlösser bieten mit ihren Museen und Schauräumen heute noch beliebte Ausflugsziele für Touristen. Mineralhältige Quellen ließen schon in früher Zeit Heilbäder entstehen, die, unterstützt durch die günstigen klimatischen Bedingungen, heute noch dem Gast Ruhe und Erholung bieten. Auch die Pioniere der Naturheilkunde, Vinzenz Prießnitz und Johann Schroth, wirkten hier und schufen durch ihre einfachen Heilmethoden im 19. Jahrhundert weltbekannte Kurorte. Als es bei den Städtern in Mode kam auf's Land zu fahren, verwandelten sich die kleinen Gebirgsdörfer zu beliebten Sommerfrischen. Der Ausbau der Eisenbahn begünstigte diese Entwicklung und ließ den Fremdenverkehr zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor werden. Der Mährisch-Schlesische Sudetengebirgsverein (gegründet 1881) förderte das damals üblich gewordene Gebirgswandern und bot durch markierte Wege und Schutzhütten erstmals für jedermann die Möglichkeit, die herrliche Bergwelt zu erkunden. Die Bedingungen für den Wintersport sind naturgemäß äußerst günstig. Bewegt man sich heute auf den von Liften erschlossenen Pisten, erinnert die Ausstellung an die Anfänge des Skilaufs, dessen Entwicklung sicherlich durch die neue Technik des Iglauers Mathias Zdarsky beeinflusst wurde. Naturrodelbahnen, Eislaufplätze, Skiwanderwege und Sprungschanzen boten eine breite Palette sportlicher Betätigung und geselliger Abwechslung. Lag einst der Reichtum dieser Gebirgslandschaft in ihren Bodenschätzen, den Erzen und Edelmetallen, so liegt er heute in einer noch intakten Natur. Fernab der großen Industriezentren hat sich das Altvatergebirge seine Ursprünglichkeit und die Vielfalt einer seltenen Flora bewahren können und ist heute Landschaftsschutzgebiet. Möge die Ausstellung viele Besucher neugierig machen, diese Region selbst zu erkunden! Sommerfrischen und Winterfreuden - einst und jetzt bis 14. März 2006 Di 10-16 Uhr, Sa 14-17 Uhr So, Fei 10-13 Uhr Mährisch-Schlesisches Heimatmuseum Schiessstattgasse 2 A-3400 Klosterneuburg www.mshm.at
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