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Entwurf und Objekt Zeichnungen Wiener Gold- und Silberschmiede |
| bis 28. Mai 2006 im MAK Eine spannende Zusammenführung von "Entwurf und Objekt" zeigt die MAK-Studiensammlung Metall. Rund 55 Wiener Silberobjekte und Schmuckstücke der Empire- und Biedermeierzeit werden 38 zeitgleich entstandenen Meisterzeichnungen von Wiener Gold- und Silberschmieden gegenübergestellt. Aufschluss über die Personen, die diese Arbeiten geschaffen haben, gibt eine in der Ausstellung einsehbare CD-ROM, auf der die Grunddaten von 5.500 Wiener Gold- und Silberschmieden erfasst sind. Die Ästhetik von Wiener Silbergegenständen erfuhr Anfang des 19. Jahrhunderts eine fundamentale Neuorientierung, an deren Anfang wirtschaftliche Überlegungen standen: Um die Einfuhr handwerklicher Erzeugnisse wie Möbel, Textilien oder Metallgegenstände zu begrenzen, bemühte man sich im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts um eine Qualitätssteigerung in der heimischen Produktion. Als wohl weitreichendste Neuerung wurde angehenden Gold- und Silberschmieden, angeregt durch französische Vorbilder, Zeichenunterricht vorgeschrieben - zunächst unter freiwilligem Zwang. Ab dem 10. April 1785 wurde es für angehende Meister Pflicht, eine Zeichenprüfung abzulegen. Damit war auch der Besuch einer Zeichenschule erforderlich. Die positive Wirkung dieser Handwerksreform wird nach 1800 evident. Die Wiener Silbergegenstände weisen nun, verglichen mit Erzeugnissen von vor der Jahrhundertwende, ausgewogenere Proportionen und ein harmonischeres Verhältnis von Form und Dekor auf. Die zum Teil noch mit der Beurteilung der Prüfungskommission versehenen Zeichnungen vermitteln einen lebendigen Eindruck der künstlerischen Wertigkeiten ihrer Entstehungszeit und dokumentieren das Ringen nach neuen Formen in Zeiten des Umbruchs. Die auf dem Markt angebotene Produktpalette wird, begünstigt durch die industrielle Revolution und das sozial wie wirtschaftlich erstarkende Bürgertum, gegen Ende des 18. Jahrhunderts deutlich vielfältiger. Das Handwerk trägt dem persönlichen Geschmack, dem formalästhetischen Empfinden und den Auswahlkriterien der Konsumenten Rechnung. Glatte, kostengünstige Erzeugnisse werden ebenso angeboten wie aufwändig dekorierte, kompliziert verarbeitete Luxuswaren. Empire und Biedermeier folgen stilistisch nicht eindeutig aufeinander, die Geschmacksvarianten entwickeln sich vielmehr parallel. Während die vorliegenden Meisterzeichnungen bis in die Mitte der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts dem "klassizistischen" Stil verhaftet sind, zeigen die ausgeführten Gegenstände bereits ab 1825 auch "biedermeierliche", also bauchige, teilweise geschwungene Umrisslinien. Mit den Gold- und Silberschmieden, die im Zeitraum von 1781 bis 1921 in Wien tätig waren, setzte sich die MAK-Sammlung Metall im Rahmen eines Forschungsprojekts auseinander. Entstanden ist eine CD-ROM mit den Geburts- und Sterbedaten, dem Tätigkeitszeitraum, der Art des Gewerbes, den Meistermarken und den Adressen von rund 5.500 Personen. Sammlern und Wissenschaftern wird mit dieser CD-ROM, die für Besucher der Ausstellung "Entwurf und Objekt" in der MAK-Studiensammlung Metall frei einsehbar ist, ein wertvolles Nachschlagewerk in die Hand gegeben. Die CD-ROM ist im MAK Design Shop zum Preis von € 28,- erhältlich. ENTWURF UND OBJEKT. Zeichnungen Wiener Gold- und Silberschmiede bis 28. Mai 2006 Di 10-24 Uhr Mi-So 10-18 Uhr MAK-Studiensammlung Metall Stubenring 5 A-1010 Wien www.MAK.at
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