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Zwei Tiroler Museumspreise 2004!
Auf Empfehlung des Kulturbeirats für Denkmalpflege und Museumswesen werden von Landeskulturreferentin Dr. Elisabeth Zanon zwei Hauptpreise im Rahmen des Tiroler Museumspreises 2004 zuerkannt. Je einen Hauptpreis in der Höhe von 6.000 Euro erhalten das Archäologische Museum Fließ sowie das Turmmuseum Ötz. Die Preise werden im Frühjahr 2005 übergeben.

Archäologisches Museum Fließ
Das heuer 10 Jahre alte Archäologische Museum Fließ ist im vor bildlich restaurierten alten Widum, dem ältesten Haus des Ortes, untergebracht. Es umfasst drei bedeutende archäologische Fundkomplexe:
- den hallstattzeitlichen Bronzehort von Fließ,
- das mittelbronzezeitliche Depot vom Moosbruckschrofen am Piller, sowie
- die Funde vom Brandopferplatz auf der Piller Höhe, der über 1000 Jahre lang benutzt wurde (prähistorisch bis römerzeitlich).

Die wertvollen teils im europäischen Kontext einzigartigen Funde werden mittels Wort und Grafik in ihren ursprünglichen Gebrauchszusammenhang gestellt und geben so ein lebendiges Bild dieser sonst für den Nomalverbraucher oft unverständlichen Zeit. Sehr illustrativ ist auch die simulierte Fundsituation des Depots vom Moosbruckschrofen.
Die Vitrinen eines heimischen Tischlers, der auch im Museumsverein aktiv ist, sind in ihrer durchdachten, auf regionaler Tradition beruhenden Holzverarbeitung, ebenfalls überzeugend.

Das Dokumentationszentrum Via Claudia Augusta befindet sich in einem benachbarten architektonisch bemerkenswerten Neubau, der von Dipl.Ing. Andreas Marth, Wien, geplant wurde und bei der heurigen Architekturbiennale in Venedig präsentiert wird. Anhand von Originalfunden, Modellen und einer Kopie der einzigen römischen Straßenkarte, der Tabula Peutingeriana, werden Einblicke in das Reisen zur Römerzeit gegeben. Der lokale Museumsverein pflegt seit Jahren sowohl in der wissenschaftlichen Bearbeitung und Präsentation, wie in der Veranstaltung von teils internationalen Symposien und Tagungen, Kontakte mit verschiedensten Universitätsinstituten und musealen Institutionen.

Turmmuseum Ötz
Heuer wird also ausnahmsweise ein zweiter Hauptpreis vergeben und zwar an das Turmmuseum Ötz: Das stattliche ortsbildprägende Turmgebäude wurde in den letzten Jahren vorbildlich restauriert und für Museums- und Bibliothekszwecke in enger Kooperation zwischen dem beauftragten Architekten Herbert Brunner (Architekten Brunner-Sallmann, Hall), dem Bundesdenkmalamt, der Gemeinde und dem Turmmuseums-Verein adaptiert. Die zeitgenössischen Architekturakzente ordnen sich dem eindrucksvollen historischen Bau unter, der von der monumentalen Figur der Geduld von (nach) Mathias Bernhard Braun eingeleitet wird.

Der aus Sautens gebürtige Barockbildhauer Mathias Bernhard Braun, der hauptsächlich in Böhmen wirkte, erregte schon das Interesse des Volksschülers und nunmehrigen Kurators des Turmmuseums, Hans Jäger. Hans Jäger, der schon als Kind zu sammeln begann, brachte im Lauf der Jahre eine umfangreiche Sammlung von Kunstgegenständen wie Ölgemälden oder Skulpturen, Kunsthandwerk und Gegenständen des täglichen Gebrauchs, v.a. aber auch eine überaus reiche graphische Sammlung zusammen. Diese Sammlung geht thematisch vom Ötztal aus, hat aber überregionale Bezüge. Künstler des Ötztales und der angrenzenden Regionen sind ebenso vertreten wie internationale Künstler, die Ötztaler Motive gewählt haben. Die Ausstellungstätigkeit in der Galerie zum alten Oetztal (bis 2003) basierte wesentlich auf diesem Sammlungsbestand.
Hans Jäger hat nun seine wertvolle Sammlung in das Turmmuseum eingebracht und betreut weiterhin dessen Wechselausstellungen. Die Dauerausstellung zeigt verschiedene Themen von der alpinen Landschaftsmalerei über naive religiöse Volkskunst, populäre Druckgrafik bis zu alten Ansichten einschließlich Fotografien. Hauptthema ist aber immer wieder die engere und weitere Heimat des Ötztales.

Autorin: Herta Arnold



Abb.: Turmmuseum Ötz mit Braun-Denkmal
(Foto: Turmmuseum Ötz)

Abb.: Simulierte Fundsituation Moosbruckschrofen mit restauriertem Schatzgefäß
(Foto: Archäologisches Museum Fließ)

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