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Frauenalltag-Gender-Perspektiven in der Europäischen Union.
Im Rahmen der Auseinandersetzung zum Thema "Frauenalltag nach 1945", versuchte sich das Museumsforum-Steiermark dieser Thematik anzunähern, um eine Vorstellung zu bekommen, wie sich Frauenbilder im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext entwickeln.

Referiert wurde vornehmlich von Frauen aus den neuen Mitgliedstaaten, die sich bemühten, die spezifische Lebenssituation von Frauen im ehemaligen Osten zu beschreiben. Ein Vergleich mit der Lebenssituation von MigrantInnen von Dr. Elke Tschernokoshewa zwischen Aufnahme- und Herkunftsgesellschaft brachte das ausschlaggebende Konzept: Frauen im ehemaligen Osten würden in einem "hypriden Raum" leben, zwischen Kapitalismus und Sozialismus, zwischen Karriere und Familie, zwischen öffentlichem und privaten Raum. Hier schloss sich auch der Kreis zu den Frauen im Westen: die Notwendigkeit, "ein Leben im Spagat" zu führen, bestünde für beide Seiten.

Dr. Joanna Lawnikowska-Koper lenkte den Blick auf die letzen 100 Jahre polnischer Frauengeschichte und gab einen interessanten Einblick in die Bedeutung der Rolle der "Mutter Polin" für die Nation. Diese Haltung bewirkte - zum Unterschied von anderen Ländern - dass Frauen in die politische Sphäre miteingebunden waren. Ihrer Profession entsprechend wurde von Dr. Lawnikowska-Koper weibliches Schreiben thematisiert. Die Germanistin setzt sich intensiv mit Autorinnen Friederike Mayröcker, Gabriele Wohmann und Barbara Frischmuth auseinander.

Dr. Martina Steiner stellte nach einem ausführlichen theoretischen Exkurs ein praktisches Beispiel vor, nämlich die Sonderausstellung "Frauen - Arbeits - Welten": Es handelt sich um ein vierjähriges Projekt des Frauenmuseums "Evelyn Ortner" in Meran in Kooperation mit dem Verein Südwind. In diesem Pilotprojekt wurde versucht, sowohl afrikanische, als auch nord- und südtiroler Frauen in die Umsetzung mit einzubeziehen. Was sich aufgrund der unterschiedlichen Mentalitäten nicht immer als einfach herausstellte und parallel zu den Ausstellungskompetenzen auch einiges an Konfliktmanagement und transkultureller Kompetenz forderte.

Frau Univ.Prof. Dr. Karin Schmidlechner, Institut für Zeitgeschichte an der Karl-Franzens-Universität, eine Expertin im Bereich der Gender-Mainstreaming Forschung hat durch die Veranstaltung geführt und konstatiert, dass es mit dieser Tagung gelungen ist, Bezüge zwischen unterschiedlichen Frauenaltagen herzustellen. Es ging um die Wertschätzung der Arbeit von Frauen und die überraschenden Parallelitäten in Kulturen, die sehr weit voneinander entfernt zu sein scheinen.

Die Motivation lag im kulturellen Austausch, der das Erleben von Differenz als Bereicherung empfinden ließ. Im Zuge der europäischen Integration, welche ohne kulturpolitisches Verständnis nicht realisierbar ist, gilt es dahingehend Bewusstsein zu entwickeln.

Autorin: Gabriele Wolf




Foto: v.l.n.r.: Dr. Joanna Lawnikowska-Koper, Dr. Martina Steiner, Univ.-Prof. Dr. Karin M. Schmidlechner, Mag. Gabriele Wolf, Dr. Elka Tschernokoshewa, Mag. Andrea Menguser (Foto: Korso)

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