|
Vom Erfolgsprojekt zur Institution
Die Ausstellung "Berg der Erinnerungen" zählte zu den erfolgreichsten Projekten von "Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas". Das innovative kulturwissenschaftliche Konzept und die engagierte und begeisterte Beteiligung der Grazer Bevölkerung machten es möglich, ein einzigartiges Bild der jüngsten Geschichte von Graz zu schaffen. Die über 100.000 BesucherInnen sowie eine europaweite Berichterstattung ließen die Forderungen nach einer Weiterführung und Fortentwicklung des Projektes wiederholt laut werden.
Gedächtnisforschung multimedial:
Im Februar 2004 entschloss sich das Landesmuseum Joanneum, diese außergewöhnliche Sammlung "lebendigen historischen Wissens" zu erwerben und zu einer Institution der steirischen Gedächtnisforschung weiter zu entwickeln. Aufgrund der kulturwissenschaftlichen und vor allem multimedialen Ausrichtung des Projektes wurde das "Büro der Erinnerungen" Teil des Bild- und Tonarchiv am Landesmuseum Joanneum.
Suche nach "steirischen Identitäten":
Seit November 2004 begibt sich das "Büro der Erinnerungen" auf die Suche nach dem "Kommunikativen Gedächtnis"; eine Suche, die sich über die Grazer Stadtgrenzen hinaus auf die gesamte Steiermark ausdehnen wird und alle Steirerinnen und Steirer dazu einlädt, an ihrer Landesgeschichte selbst mitzuschreiben. Entstehen soll dabei langfristig ein auf Erzählungen, Fotos, Filmen und Dokumenten basierendes digitales Archiv, das sich ständig verändert und wächst; und so als eine Gedächtnisstütze steirischer Alltags- und Geschichtskulturen fungieren kann.
Vernetzte Gedächtnis- und Erinnerungskulturen als zeitgenössischer Trend:
Die Auseinandersetzung mit identitätsstiftenden Konzepten wie "Erinnerung" und "Gedächtnis" erlebte in den letzten Jahren eine beeindruckende Konjunktur und avancierte zu einem der wichtigsten kulturgeschichtlichen Forschungsschwerpunkte der Postmoderne, oder - wie in den letzten Jahren auch häufig zu lesen - der "Zweiten Moderne". Das "Büro der Erinnerungen" am Landesmuseum Joanneum sieht als wissenschaftliche Institution auch hier seine Aufgabe, sich diesem Phänomen anzunehmen und die Vernetzung unterschiedlicher Projekte im Bereich der Erinnerungsforschung und der "klassischen" Oral History zu fördern.
Das "Büro der Erinnerungen":
Neben seiner Suche nach Erinnerungen und deren wissenschaftlichen Aufbereitung - die projekteigene Datenbank ist im Internet unumschränkt zugänglich und erfährt so absolute Transparenz - wird das "Büro der Erinnerungen" in der Neutorgasse 45 auch zeitgeschichtliche Ausstellungen des Landesmuseum Joanneum begleiten, eigene Ausstellungen kuratieren, eine Buchreihe herausgeben und Diskussionen sowie Workshops zur Gedächtniskultur veranstalten.
Di, Mi 14-18 Uhr
Sa 10-14 Uhr
Neutorgasse 45
A-8010 Graz
Tel +43/ 316/ 83 03 35
Fax +43/ 316/ 83 03 35 9422
Mail lmj-bt[@]stmk.gv.at
www.museum-joanneum.at/bde

|