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| Klosterneuburg: Krippen aus Böhmen, Mähren und Schlesien |
| Der Heilige Franziskus von Assisi stellte im Jahre 1223 zum ersten Mal die Geburt Christi mit plastischen Figuren dar. Ab 1562 findet man erstmalig nördlich der Donau die Weihnachtskrippe in der Kirche St. Klement zu Prag. Besonders blühte die "Herrgottschnitzerei" als Missionsmittel der Jesuiten, die in der Zeit der Gegenreformation die ersten Krippen vom Mittelmeerraum nach Böhmen, Mähren und Schlesien brachten. Anfangs, in der Zeit der Gotik und der Renaissance, blieben die Krippen das ganze Jahr in den Kirchen aufgestellt. Im Barock waren die lebensgroßen, holzgeschnitzten Figuren beweglich und die "Wechselkrippe" entwickelte sich. Die Szenerie wurde vom Advent bis Mariä Lichtmess der Liturgie angepasst. Besonderen Reiz hatte die Krippe am heiligen Abend und diente dazu, die Gläubigen zur Christmette anzulocken. Zu Beginn des 18. Jhs. entstanden gewaltige, prunkvolle Kulissenkrippen, welche die ganze Kirchenapsis füllten. Berühmte Maler und Architekten waren an der Erschaffung dieser Kunstwerke beteiligt. Ende des 18. Jhs. wurde wegen der Verbote der Aufklärung unter Josef II. die kirchliche Krippenpflege eingestellt, und die figürliche Darstellung der Geburt des Menschensohnes im Stall von Bethlehem tauchte fast weltweit in den Häusern von Bürgern, Handwerkern und Bauern auf. Das verspätete "Volksbarock" sollte sich noch weit über das eigentliche Zeitalter des Barock hinaus behaupten. Im Biedermeier ging die städtisch-volkstümliche Krippenkunst durch die Industrialisierung allmählich in die Krippenerneuerung des 20. Jhs. über. Als der Bergbau in den Sudetenländern immer mehr zurückging, verlegte man sich in Heimarbeit auf Klöppeln und Krippenschnitzen. In den Krippenmacherfamilien des waldreichen Adlergebirges arbeitete man das ganze Jahr hindurch, nur im Sommer unterbrach man für einige Tage, um das Winterheu für die Ziegen einzubringen. Die Figuren (auch "Mannln" genannt) fanden bei Verlegern und Händlern ihren Absatz und wurden auch bis nach Amerika exportiert. Die Rückkehr der Weihnachtskrippe in den Sakralraum fand Ende der Josefinischen Zeit statt und erfasste sowohl die katholische Welt als auch die der Protestanten. Der neue Zeitstil der "Morgenländischen Figurenkrippe" wurde vom Maler Josef Ritter von Führich (1800-1876) aus Kratzau/ Böhmen und seinen Tiroler Schülern eingeleitet und von den damals florierenden Kunstanstalten und den staatlich geförderten Schnitzschulen geprägt. Sein Höhepunkt lag in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen, in denen die Krippenvereine diesen Stil übernahmen. Nach 1945 wurde von Krippenforschern viel über abenteuerlich im Fluchtgepäck gerettete und nach der Erinnerung neu erschaffene Krippen berichtet. In den folgenden Jahren eroberte sich die Weihnachtskrippe die Museen - sie ist ausstellungsreif geworden und weltweit auf Krippenschauen anzutreffen und zu bewundern. Die Exponate dieser Ausstellung geben einen Überblick über das rege Schaffen von Krippen in den vergangenen 150 Jahren. Als Besonderheit ist die große Trebitscher Papierkrippe, Leihgabe aus dem Stadtmuseum Tulln in Niederösterreich zu sehen. Weiters kann man über Klöppelspitzen, Gablonzer Christbaumschmuck und dem "Gnadenreichen Prager Jesulein" Interessantes erfahren. "Krippen aus Böhmen, Mähren und Schlesien" bis 15. März 2005 Mährisch-Schlesisches Heimatmuseum Schießstattgasse 2 A-3400 Klosterneuburg Di 10-16 Uhr Sa 14-17 Uhr, So, Fei 10-13 Uhr Tel: +43/ 2243/ 444 -287 (zu ÖZ) und +43/ 2242/ 387 70
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